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DOUGLAS SIRK PREIS

Statement

Anlässlich der Deutschlandpremiere von Ulrich Seidls Sparta hatten wir geplant, dem österreichischen Regisseur den diesjährigen Douglas Sirk Preis zu verleihen. Das ist auch dem gedruckten Programmheft zu entnehmen.

 

Die Vorwürfe gegen die Produktion rund um die Arbeitsbedingungen während der Dreharbeiten zu dem Film kamen auf, nachdem unser Heft bereits im Druck war.

 

Wir haben den Film aufgrund seiner herausragenden Qualität ins Programm aufgenommen. Es ist ein sehr einfühlsamer Film über ein besonders schwieriges und tabuisiertes Thema. Die Vorwürfe gegen Ulrich Seidl richten sich gegen die Bedingungen während der Dreharbeiten und explizit nicht gegen seinen Film.

 

Wir haben uns daher entschlossen, den Film im Programm zu belassen. Darüber hinaus zeigen wir auch Rimini, den Berlinale-Beitrag von 2022, der das filmische Diptychon um die Geschichte zweier Brüder komplettiert.

 

Bezüglich des Douglas Sirk Preises haben wir uns dazu entschieden, den Preis nicht zu verleihen, da die aktuellen Vorwürfe gegen die Produktion eine Preisverleihung überschatten würden.

 

Hamburg, den 13. September 2022

 

Albert Wiederspiel, Festivalleiter

Kathrin Kohlstedde, Leiterin Programm

DOUGLAS SIRK PREIS

Seit 1995 wird der Douglas Sirk Preis im Rahmen von FILMFEST HAMBURG an Persönlichkeiten vergeben, die einen besonderen Beitrag zur Filmkultur und zur Filmindustrie geleistet haben. Clint Eastwood war der erste, der die vom Hamburger Designer Georg Plum entworfene Statuette entgegennahm.

 

Namensgeber des Preises ist Douglas Sirk, der als Hans Detlef Sierck in Hamburg geboren wurde. Er wanderte 1937 in die USA aus und versuchte zunächst sein Glück als Drehbuchautor in Hollywood. Mit dem Melodrama »Summer Storm« feierte Sirk seinen ersten Erfolg als Regisseur. In den folgenden Jahren drehte er weitere erfolgreiche Filme, darunter »Written on the Wind«, »A Time to Love and a Time to Die« und »Imitation of Life«.

Bisherige Preisträger·INNEN:

Clint Eastwood (1995), Stephen Frears (1996), Jodie Foster (1997), Peter Weir (1998), Jim Jarmusch (1999), Wong Kar-Wai (2000), Majid Majidi (2001), Aki Kaurismäki (2002), Isabelle Huppert (2003), François Ozon (2004), Zentropa (2005), Gérard Depardieu (2006), David Cronenberg (2007), Atom Egoyan (2008), Julian Schnabel (2010), Andreas Dresen, Peter Rommel (2011), Kim Ki-duk (2012), Tilda Swinton (2013), Fatih Akin (2014), Catherine Deneuve (2015), Wim Wenders (2017), Jafar Panahi (2018), Nina Hoss (2019), Leos Carax (2021)

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