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Die Preisträger*innen stehen fest

Bei der Preisverleihung am 30. September 2026 in der FilmFest Bar @CODA CLUB sind am Abend vier Hamburg Producers Awards von Hamburgs Kulturstaatsrätin Jana Schiedek überreicht worden. Außerdem wurde der Arthouse Cinema Award verliehen. 

 

Die Hamburg Producers Awards würdigen seit 2014 die besonderen Leistungen von deutschen Produzent*innen sowie von Film- und Fernsehproduktionsfirmen und werden in den Wettbewerbskategorien »Internationale Kino-KoPro«, »Deutsches Kino« und »Deutsche Fernsehfilme« mit einem Preisgeld in Höhe von je 25.000 Euro vergeben. Der Hamburg Producers Award »Deutsche Serien« ist mit 10.000 Euro dotiert. 

 

Der Hamburg Producers Award Internationale Kino-KoPro geht an die Produzent*innen Gerhard Meixner, Roman Paul und Christiane Sommer von Razor Film für die internationale Koproduktion Minotaurus (Regie: Andrey Zvyagintsev; Drehbuch: Simon Lyashenko, Andrey Zvyagintsev; Frankreich, Lettland, Deutschland). »Mit ihrer Koproduktion haben die deutschen Partner einem im Exil lebenden Filmemacher ermöglicht, diese Geschichte zu erzählen. Das beweist nicht nur ein ausgezeichnetes Gespür für anspruchsvolles internationales Kino, sondern auch Haltung und Mut«, so die Jury (Vanessa Ciszewski, Produzentin/Katuh Studio & Verleiherin, Luftkind/Filmverleih; Leila Hamid, Medienmanagerin & Verleiherin, Philipp Trauer, Produzent/BerghausWöbke Filmproduktion).  

 

Der Hamburg Producers Award Deutsches Kino geht an die Produzenten Tristan Bähre und Philipp Maron (Maverick Film) für den Film Ich sehe was, was ihr nicht seht (Regie: Alisa Kolosova; Drehbuch: Judith Rose Gyabaah). Der Film habe die Jury (Johannes Hegemann, Schauspieler; Sonja Heiss, Regisseurin und Schriftstellerin; Solmaz Azizi, Produzentin, Zentropa Germany) in den Bann gezogen. »Die Stimmung ist intensiv, nicht immer angenehm, mitunter zermürbend und schmerzhaft, aber auch das mit ihnen Leiden ist eine besondere Qualität dieses Filmes. Er macht etwas mit einem, was man kaum beschreiben kann, aber man spürt es noch lange, lange danach.« Und weiter heißt es in der Jurybegründung: »Die Inszenierung, das Schauspiel sind fein und zart, präzise, und nie zu groß, dabei umso stärker in ihrer Wirkung. Bei keinem Wort oder Satz spüren wir das Drehbuch, so fantastisch spielen die Schauspielerinnen Saskia Rosendahl, Svenja Jung, Soma Pysall und Meret Becker.« 

 

Die Preisgelder für beide Kategorien in Höhe von insgesamt 50.000 Euro werden von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellt. 

 

Gewinner des Hamburg Producers Award Deutsche Fernsehfilme ist der Produzent Markus Mayr (MÄKSMY Films), für LORD (Regie & Drehbuch: Caren Wuhrer). Ihm sei es gelungen, »trotz sehr überschaubarer Mittel den Kreativen den Raum zu geben, um gemeinsam einen so tiefgründigen Film wie diesen zu realisieren«, so die Jury (Vic So Hee Alz, Drehbuchautorin und Dramaturgin; Anne Ratte-Polle, Schauspielerin; Maren Knieling Produzentin/Florida Film). »Wir zeichnen einen Fernsehfilm aus, ein starkes Debüt im Nachwuchsprogramm, bei dem der Balanceakt zwischen Feingefühl und Pathos, zwischen Drama und Humor, zwischen authentischem und magischem Erzählen gelingt.« 

 

Der Hamburg Producers Award Deutsche Serien geht an die Produzent*innen Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente (NEUESUPER) für die Serie Breitscheidplatz 19/12 (Regie: David Nawrath; Drehbuch: David Nawrath, David Marian). In ihrer Begründung unterstreicht die Jury die besondere Verantwortung, die mit einem Stoff dieser Tragweite verbunden ist: »Produzentische Arbeit kann sehr unterschiedlich aussehen. Sie kann laut oder leise, sichtbar oder fast unsichtbar sein. Aber am Ende geht es immer darum, Verantwortung zu übernehmen, die richtigen Menschen zusammenzubringen und die Bedingungen zu schaffen, unter denen etwas Besonderes entstehen kann. […] Unser Gewinnerprojekt ist so eines.« Über mehrere Jahre sei intensiv recherchiert worden, unter anderem mit juristischen Berater*innen, Terrorismusexpert*innen, Ermittler*innen aus dem Staatsschutz, Opferverbänden und Aussteiger*innen aus der islamistischen Szene. Die Serie richte ihren Blick vor allem auf staatliche Institutionen und deren Versäumnisse und nähere sich zugleich den Tätern und den Mechanismen der Radikalisierung. Damit verbunden sei auch die Frage, welche Perspektiven ein solcher Stoff einnehme, welche Bilder dadurch entstünden und wie diese außerhalb der Serie gelesen oder vereinnahmt werden könnten. »Gerade deshalb endet die Verantwortung für ein solches Projekt für uns nicht mit seiner Fertigstellung. Es braucht auch weiterhin eine sorgfältige Einordnung und Kommunikation, die den Kontext und die Vielschichtigkeit des Stoffes deutlich macht.« 

 

Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 35.000 Euro wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet. 

 

Der mit 25.000 Euro dotierte Arthouse Cinema Award des internationalen Verbands der Filmkunsttheater C.I.C.A.E geht an den deutschen Verleih Grandfilm für den Film La Gradiva von Marine Atlan. Die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein als Preisstifterin begleitet den Preis mit PR-Maßnahmen für die Herausbringung des Films. Für die Jury (Chrissy Grundl, Kinoleiterin Filmgalerie Regensburg; Madita Kondratjuk, Programmchefin Kino Schloßtheater, Münster; Eva Buchmann, Programmkuratorin Wolf Kino, Berlin) liegt die Stärke des Films »in der großen, emotionalen Nähe, die er aufbaut, ohne jemals didaktisch oder ausbeuterisch zu werden. Auch darin liegt seine politische Kraft. Dieser Film gibt einer jungen Generation Raum, deren Gegenwart von einer tiefen Unsicherheit über ihre Zukunft geprägt ist. Volatile Beziehungen und die Suche nach einem eigenen Platz werden nicht als Thesen formuliert, sondern in Körpern, Blicken und Beziehungen erfahrbar. Und genau deshalb gehört der Preisträger auch in die Kinos.« 

 

Bereits am Vorabend sind im Café Schöne Aussichten zehn Preise an die besten Projekt-Pitches des diesjährigen European Work in Progress im Wert von insgesamt 102.500 Euro vergeben worden. 

 

Und noch ein weiterer Preisträger steht fest: Rafiki Fariala erhielt für seinen Film Congo Boy den Albert Wiederspiel Preis, gestiftet von der Hapag-Lloyd Stiftung.  

 

Die weiteren Preise von FilmFest Hamburg werden am 3. Oktober vor dem Abschlussfilm Ha-Chan, Shake Your Booty! vergeben.