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Neue Märkte, neue Strategien
Explorer Konferenz gibt Programm bekannt

Am 1. Oktober 2026 bringt die Explorer Konferenz im Rahmen der FilmFest Hamburg Industry Days zum siebten Mal internationale Expert*innen aus Kreativwirtschaft, Finanzierung und Innovation zusammen. Als Speaker bestätigt sind neben Éric Toledano und Olivier Nakache (Ziemlich beste Freunde) unter anderem Maria Ekerhovd (Sentimental Value), Vertical-Drama-Pionier Guillaume Sanjorge und die Neurowissenschaftlerin Sophie Scott. Das Programm blickt in diesem Jahr auf neue Organisations- und Geschäftsmodelle für Produktionsfirmen und legt einen Fokus auf asiatische Märkte und das Comedy-Genre.  

 

Wenige europäische Filmschaffende stehen so sehr für intelligente und zugleich erfolgreiche Filme, wie Éric Toledano und Olivier Nakache. Das Regieduo hinter Ziemlich beste Freunde spricht bei der Explorer Konferenz über die Kunst, Geschichten für ein Millionenpublikum zu erzählen. Von einem universell anschlussfähigen Thema, das hinter Humor und Emotionen stehen muss, bis hin zu Figuren mit hohem Identifikationspotenzial. Besondere Wirkung haben Filme auf uns, wenn sie uns zum Lachen bringen. Aber was passiert dabei eigentlich in unserem Gehirn? Neurowissenschaftlerin Professorin Sophie Scott liefert in ihrer Keynote augenöffnende Erkenntnisse aus der Hirnforschung und verrät, was wir daraus für das Erzählen humorvoller Geschichten lernen können.

 

Noch anspruchsvoller als gute Geschichten zu erfinden ist es, sich selbst neu zu erfinden. Eine Reihe von Produktionen hat Tobias Walker und Philipp Worm (Walker+Worm Film) an die Belastungsgrenze gebracht und sie zu einem grundlegenden Neustart geführt. Die Produzenten der diesjährigen Berlinale-Filme Rose (mit Sandra Hüller) und Allegro Pastell sprechen mit Organisationsberater Erwin M. Schmidt offen über Strukturen, Rollen und Unternehmenskultur – und wie es weitergehen kann, wenn es nicht mehr weitergeht.

 

Damit verbunden ist auch eine grundsätzliche Frage, die sich für unabhängige Produzent*innen stellt: Welchen Wert hat Unabhängigkeit in einem sich zunehmend konsolidierenden Markt? Géraldine Ohana (Pac Story, Paris), Jérôme Denis (CEO La Pac) und Leontine Petit (Lemming Film) sprechen darüber, wie führende Produktionsunternehmen sich mit innovativen Strategien positionieren. Wie sich unabhängige Filmproduktionen international entwickeln und ihren Weg zum Publikum finden können, zeigt auch Maria Ekerhovd (Mer Film, Bergen). Sie spricht über den Weg von Sentimental Value, von der Entwicklung und Finanzierung bis hin zur Oscar-Saison: Was eine solche Kampagne erfordert, worauf es dabei ankommt und was sie überrascht hat. Außerdem gibt sie Einblicke in ihre neueste Produktion Butterfly, die beim diesjährigen FilmFest Hamburg ihre Deutschlandpremiere feiert.

 

Während sich die Branche zugleich auf neue Formen des Erzählens und Vermarktens einstellt, verändert auch das Hochformat die Film- und Medienwelt: Fürs Smartphone produziert, fürs Scrollen konzipiert und getragen von einer neuen Plattformökonomie entstehen Geschichten unter völlig neuen Bedingungen. Produzent und Vertical-Drama-Pionier Guillaume Sanjorge (Paris) zeigt in einem Deep Dive, wie Entwicklung, Finanzierung, Produktion und Marketing funktionieren und welche Mechanismen über den Erfolg entscheiden.

Welche Geschichten beim Publikum tatsächlich ankommen, lässt sich zunehmend datenbasiert analysieren. Die KI-gestützte Plattform „Publikum“ zeichnet ein immer präziseres Bild davon, wie Zuschauer*innen Filme wahrnehmen und nutzen. Niels Alberg (CEO Publikum) und Lilith Wacker (Publikum Büro Hamburg) präsentieren aktuelle Erkenntnisse aus dem MOIN-Pilotprogramm, und zeigen welche übergeordneten Trends den Markt von morgen prägen könnten.

 

Ein Blick über Europa hinaus zeigt, wie unterschiedlich die Bedingungen für Filmproduktion und -finanzierung weltweit sind. Asiens Filmmärkte entwickeln sich rasant und mit unterschiedlichsten Finanzierungsmodellen, Regulierungen und Publika. Wie sieht die Zusammenarbeit mit der asiatischen Filmindustrie aktuell aus? Lorna Tee (Asian Film Alliance Network) und Produzent Vincent Wang (Taiwan/Frankreich) sprechen in einem Paneltalk über Abkommen, Hürden und konkrete Chancen. Wie internationale Zusammenarbeit konkret gelingen kann, zeigt eine weitere Session mit Einblicken in zwei Filmprojekte, die ihren Weg in eine internationale Partnerschaft bereits gefunden haben: Die Produzent*innen Heejung Oh (Seesaw Pictures, Korea), Sara Stockmann (Sonntag Pictures, Dänemark) und Alemberg Ang (Daluyong Studios, Philippinen) sprechen über zwei sehr unterschiedliche Reisen der europäisch-asiatischen Filmprojekte Hum und Hana Korea.

 

Neben internationalen Partnerschaften steht schließlich auch die europäische Filmpolitik im Fokus. Das neu geplante EU-Dachförderprogramm AgoraEU wird derzeit verhandelt und soll bis 2028 in Kraft treten. Führende Vertreter*innen aus Wirtschaft und Politik geben einen Überblick darüber, was die Branche von Brüssel erwartet und warum AgoraEU als Ausdruck der digitalen Souveränität Europas Priorität genießen sollte. Die Diskussion findet in Kooperation mit Creative Europe Desk Hamburg statt.

 

Programm 2026

Die Teilnahme an der Explorer Konferenz ist für Fachbesuchende der FilmFest Hamburg Industry Days mit Industry Accreditation Plus möglich. Sie ist ab sofort zum Early Bird Tarif von 150 Euro (ab dem 9. September zum regulären Preis von 200 Euro) online erhältlich. Sie berechtigt außerdem zur Teilnahme an Akkreditiertenvorstellungen, öffentlichen Filmvorstellungen, den Veranstaltungen der Reihe Made in Germany sowie dem International Film Distribution Summit (IFDS).

 

Akkreditierung