Inhalt
Zwei Jahre nach "Die Klavierspielerin" legt Michael Haneke eine düstere Endzeitstory vor. Zentrale Frage des Dramas: Wie reagiert das Individuum, wenn die Konventionen der Zivilisation wegbrechen und es auf seinen Selbsterhaltungstrieb zurückgeworfen ist? Der Anfang erinnert an Hanekes umstrittenes Drama "Funny Games": Ein Ehepaar und seine zwei Kinder finden im Wochenendhaus eine Flüchtlingsfamilie. Die Eindringlinge erschießen den Familienvater, fliehen mit Proviant und Auto. Der Witwe wird im nahen Dorf die Hilfe verweigert, mit ihren Kindern schlägt sie sich durch zum Bahnhof, wo andere Flüchtige auf einen Zug warten. Krieg? Terrorangriff? Interpretationssache. Hanekes Botschaft: In Notzeiten gibt es keine Humanität, nur Gewalt. In der Schlichtheit der Inszenierung, der Universalität von Schauplatz und Handlung und der metaphorischen Kraft reiht sich "Wolfszeit" in eine künstlerische Richtung neben Lars von Triers "Dogville" oder Valery Fokins Kafka-Adaption "Metamorphosis" ein. Ein ambitionierter, künstlerischer Dreiklang im Programm von FILMFEST HAMBURG.
Info
Originaltitel: Le temps du loup
Internationaler Titel: Time of the Wolf
Gattung: Spielfilm
Sektion: Hauptprogramm
Sprachfassung & Untertitel: Französisch OF
Regie & Drehbuch: Michael Haneke
Besetzung/Protagonist*innen: Isabelle Huppert, Maurice Benichou, Patrice Chereau, Olivier Gourmet
Produktionsländer: Österreich, Frankreich, Deutschland
Jahr der Produktion: 2003
Länge: 113 min
Produzent*innen: Margaret Ménégoz
Produktionsfirma: Les Films du Losange
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Monika Willi, Nadine Muse
Szenenbild: Christoph Kanter
Weltvertrieb: Bavaria Film International
Verleih in DE: Ventura Film GmbH, Ventura Film




