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Was für Finnland Aki Kaurismäki ist, könnte für Island Baltasar Kormákur werden. Nach seinem Debüt, der schrägen Tragikomödie "101 Reykjavik" (2000), tobt der Regisseur in dieser mit acht isländischen Filmpreisen ausgezeichneten Familiensaga sein Talent für rabiate Komik aus. In einer Hauptrolle ist Islands "Shooting Star" und Hauptdarstellerin des diesjährigen Filmfest-Hamburg-Trailers Nina Dögg Filippusdottir zu sehen. Videosüchtige Teenager, verlogene Söhne, nuttige Tanten, verbohrte Eltern – bösgenau dekliniert "The Sea" sämtliche Horrorbedeutungen des Begriffs "Familie" durch. Kormakur und Co-Autor Olafur Haukur Simonarson lassen keinen der Protagonisten (gespielt von der Crème isländischer Schauspieler) vom Haken, bis nach vielen Querelen und Flaschen Bier auch das letzte schmutzige Geheimnis ans Tageslicht gekommen und mit dem Familienunternehmen die ganze örtliche Fischindustrie zu Grunde gerichtet ist. Dennoch bleibt Zeit für hübsche Bilder wie das der Brandy schlürfenden Omi mit Kopfhörern im Lehnstuhl. Ein bisschen "Das Fest", ein bisschen "Royal Tennenbaums", irgendwo zwischen Soap Opera und "Macbeth" – in Island lief "The Sea" erfolgreicher als "Der Herr der Ringe".
Info
Originaltitel: Hafið
Gattung: Spielfilm
Sektion: eurovisuell
Sprachfassung & Untertitel: Englisch, Norwegisch, Isländisch OF
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Olafur Haukur Simonarson, Baltasar Kormákur
Besetzung/Protagonist*innen: Nina Dögg Filippusdottir, Gunnar Eyjolfsson, Kristbjörg Kjeld, Hilmir Snaer Guonason
Produktionsländer: Norwegen, Frankreich, Island
Jahr der Produktion: 2002
Länge: 104 min
Produzent*innen: Baltasar Kormákur
Produktionsfirma: Blueeyes Productions
Kamera: Jean-Louis Vialard
Schnitt: Valdís Óskarsdóttir
Musik: Jón Ásgeirsson
Weltvertrieb: Flach Pyramide International




