Inhalt
"Ich widme diesen Film allen, die in Sklaverei leben!", sagte Keren Yedaya, als sie beim Filmfestival in Cannes die "Goldene Kamera" für das beste Debütwerk erhielt. "Die schreckliche Welt Prostitution", wie sie das Thema ihres Films umschreibt, ist für die Filmemacherin und Politaktivistin "die übelste Form von Sklaverei". Schauplatz ist Tel Aviv, wo die 17-jährige Or (Dana Ivgy) versucht, ihre als Hure lebende Mutter von der Straße zu holen. Or tut buchstäblich alles, um nicht den Weg ihrer Mutter einzuschlagen: Teller waschen, Flaschen sammeln, Treppen putzen. Schlicht, in langen ruhigen Einstellungen, ohne Schnitteffekte und Musik komponiert Keren Yedaya ein eindrucksvolles Porträt vom Rande der Gesellschaft. Ihr selbstbewusstes Statement: "Ich hasse Filme, die gelackt und 'hip' daherkommen. Das heutige Kino ist viel zu stark von Videoclips und Werbung beeinflusst. Ich wollte zurück zu den Anfängen des Kinos." Emotional aufwühlend, stilistisch souverän: ein kleiner großer Film.
Regie
KEREN YEDAYA (*1972) gewann 2004 mit ihrem ersten Spielfilm Or (My Treasure) in Cannes die Goldene Kamera als Bester Debütfilm. Ihre Arbeiten sind geprägt von ihrem politischen und feministischen Aktivismus.
Info
Originaltitel: Or
Internationaler Titel: Or
Gattung: Spielfilm
Sektion: Hauptprogramm
Sprachfassung & Untertitel: Hebräisch OF
Regie: Keren Yedaya
Drehbuch: Keren Yedaya, Sari Ezouz
Besetzung/Protagonist*innen: Dana Ivgy, Ronit Elkabetz, Meshar Cohen
Produktionsländer: Frankreich, Israel
Jahr der Produktion: 2004
Länge: 100 min
Produzent*innen: Marek Rozenbaum, Itai Tamir
Produktionsfirma: Transfax Film Production Ltd.
Kamera: Laurent Brunet
Schnitt: Sari Ezouz
Szenenbild: Avi Fanzina
Weltvertrieb: Transfax Film Production Ltd.




