Filmfest
#FFHH19
26.9. - 5.10.2019
Hamburg
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Hat die Kunst Schuld am unmoralischen Handeln ihrer Schöpfer?

Do. 03.10. — 11:00
»Hat die Kunst Schuld am unmoralischen Handeln ihrer Schöpfer?«

@Festival-Zelt

In Zeiten sensibilisierter ethischer Vorgaben geraten Kunst und Kultur in ein Dilemma: Kann man die Lieder von Michael Jackson noch mit gutem Gewissen hören? Sollte Nolde im Bundeskanzleramt hängen, kann man Balthus noch zeigen und darf man sich ohne schlechtes Gewissen Filme von Dieter Wedel, Roman Polanski oder mit Kevin Spacey ansehen? Ein Blick in die Geschichte zeigt, jahrhundertelang ließen sich die Taten von Künstler·innen allein mit ihrem Talent entschuldigen, Kritik wurde Tugendfuror vorgeworfen und die Freiheit der ästhetischen Kategorie hochgehalten. Wer außergewöhnliche Kunst erschuf, musste sich nicht an den moralischen Maßstäben messen lassen, die für den Rest der Bevölkerung galten. Trennt man zwischen der Bewertung eines Werks und seines Urhebers? Roland Barthes plädierte 1967 in seinem Aufsatz »Tod des Autors« für die Bedeutungslosigkeit von Autor·innenschaft. Ein Text, so Barthes, müsse immer losgelöst von seiner/seinem Autor·in betrachtet werden. Aber geht das so einfach?

 

MIT András Siebold (Künstlerischer Leiter des Internationalen Sommerfestivals Kampnagel), Melanie von Bismarck (Freie Kulturjournalistin)

MODERATION Bettina Steinbrügge (Direktorin des Hamburger Kunstvereins)

Eine Veranstaltung von FILMFEST HAMBURG und Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V.