Filmfest
#FFHH19
26.9. - 5.10.2019
Hamburg

Wozu Filmfestivals? Event, Routine und Utopie – eine Standortbestimmung

Eine Veranstaltung von Crew United in Kooperation mit FILMFEST HAMBURG


Filmfestivals gehen uns alle an. Filmemacher*innen zeigen ihre Werke, erfahren direkte Reaktionen. Andere machen Geschäfte. Filmkritiker*innen berichten, Finanziers und Redakteur*innen suchen nach Ästhetiken und Themen von morgen. Wir alle aber sind Zuschauer*innen und hoffen auf anregende, irritierende, relevante Filme – und auf einen Austausch.

Die Veranstaltung stellt sich die Frage, wozu es überhaupt Filmfestivals gibt. Was ist ihre Aufgabe, hier und heute, ihr Ort in dieser Landschaft, die wir »das Kino« nennen? Was können Filmfestivals leisten und was leisten sie wirklich? Wem nutzen sie und unter welchen Bedingungen entstehen sie? Ist der Festivalboom Chance oder Gefahr? Und welche Rolle spielen Filmfestivals eigentlich für die Filmbranche?

Impuls: Tanja Krainhöfer (Strategieberaterin und Medienwissenschaftlerin).

Gäste: Barbara Albert (Regisseurin und Produzentin), Torsten Frehse (Geschäftsführer Neue Visionen Filmverleih GmbH), Michael Hack (Geschäftsführer »Woche der Kritik«), Dr. Skadi Loist (Filmfestivalforscherin am Institut für Medienforschung der Universität Rostock).

Moderation: Rüdiger Suchsland (Filmkritiker, Filmemacher und Cultural Activist).

Weitere Informationen auf der Facebook-Veranstaltungsseite.

Fr. 06.10. — 20:00
Festivalzelt auf dem Allende-Platz
Tanja C. Krainhöfer, Dipl. Medienökonomin, studierte Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität und im Anschluss Produktion und Medienwirtschaft an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Nach unterschiedlichen Tätigkeiten in der strategischen Entwicklung von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen in der Film- und Kulturbranche spezialisierte sie sich 2010 auf Strategieberatung und marktorientierte empirische Forschung mit dem Fokus auf Filmfestivals. Neben der Untersuchung von Erfolgsfaktoren deutscher Filmfestivals im Rahmen ihrer Promotion an der KU Eichstätt führt sie unter der von ihr 2013 gegründeten Initiative Filmfestival-Studien.de in einem Verbund von Wissenschaftlern Markt-und Wettbewerbsanalysen zur Filmfestivallandschaft sowie Diversity-Studien zu ausgewählten Filmfestivals durch.

 

 

1970 in Wien geboren, studiert Barbara Albert ab 1991 Regie und Drehbuch an der Wiener Filmakademie. Nach ersten international erfolgreichen Kurzfilmen feiert ihr Langspielfilm NORDRAND 1999 im Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig seine preisgekrönte Uraufführung. Im selben Jahr gründet Barbara Albert, gemeinsam mit Martin Gschlacht, Jessica Hausner und Antonin Svoboda, die Produktionsfirma coop99. Als Autorin arbeitet sie in Folge mit Jasmila Zbanic, Andrea Staka, Ruth Mader und Michael Glawogger. Nach BÖSE ZELLEN, FALLEN und DIE LEBENDEN, Wettbewerbsbeiträge in Locarno, Venedig und San Sebastian, wird ihr fünfter Spielfilm LICHT (MADEMOISELLE PARADIS) im September 2017 im Wettbewerb Platform des Toronto International Film Festival - TIFF und im Wettbewerb von San Sebastian präsentiert. Barbara Albert ist Professorin und Vizepräsidentin an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Sie ist Teil der CALA Filmproduktion, die 2016 u.a. von den LICHT-ProduzentInnen Martina Haubrich und Michael Kitzberger gegründet wurde. Sie lebt und arbeitet mit ihrer Familie in Berlin und Wien.

 

 

Torsten Frehse hat nicht nur 1994 das Lichtblick Kino in Berlin mitgegründet, er war auch Miteigentümer des Berliner Kinos Central von 2006 bis 2013. Im Jahr 1997 hat er den Neue Visionen Filmverleih gegründet und führt das Unternehmen bis heute als Geschäftsführer und Gesellschafter. In den 20 Jahren seines Bestehens hat sich Neue Visionen zu einem der führenden unabhängigen Filmverleiher in Deutschland entwickelt und wurde insgesamt 6 Mal mit dem Verleiherpreis des BKM als bester deutscher Filmverleih ausgezeichnet. 2005 hat Torsten Frehse gemeinsam mit anderen unabhängigen Filmverleihern das DVD-Qualitätslabel „Good Movies“ ins Leben gerufen. Torsten Frehse ist Vorstandsmitglied der AG Verleih sowie Gründer und Geschäftsführer des Weltvertriebs Pluto Film.

 

 

Michael Hack, aufgewachsen in Frankfurt, lebt hauptsächlich in Berlin. Festivalmacher, Übersetzer, Berater, Halbitaliener und bekennender Cinefrankophiler. Seit 2016 Geschäftsführer der „Woche der Kritik“, der Begleitveranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik zur Berlinale. Viele Jahre Mitveranstalter und Programmdirektor des LICHTER Filmfest Frankfurt, wo er noch immer für das internationale Kurzfilmprogramm verantwortlich zeichnet. Verdient sein Geld als Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten in Berlin und übersetzt gelegentlich Bücher. Hat in Frankfurt und Paris Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Theater-, Film- und  Medienwissenschaft studiert.

 

 

Dr. Skadi Loist ist Medienwissenschaftler*in. Ihre Forschung beschäftigt sich mit aktuellen Entwicklungen in Film- und Medienindustrien mit einem Fokus auf Filmfestivals, globale Filmzirkulation, Gendergerechtigkeit in der Filmproduktion und queeres Kino und ist in einer Vielzahl von Aufsätzen in Zeitschriften und Büchern auf deutsch, englisch und französisch erschienen. Sie hat 2008 mit Marijke de Valck das internationale Film Festival Research Network (FFRN) gegründet, in dem über 600 Forscher*innen und Festivalleute aktiv sind. 2015 wurde sie an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über queere Filmfestivals promoviert und leitet aktuell am Institut für Medienforschung der Universität Rostock das BMBF-geförderte empirische Forschungsprojekt „Zirkulation“ (2017-2020) und forscht dort, wie sich Filme im internationalen Filmfestivalcircuit bewegen.

 

 

Rüdiger Suchsland, Journalist, Autor und Regisseur, studierte Geschichte, Philosophie und Politik; seitdem freier Journalist und Kritiker. Gelegentliche Lehraufträge und Buchbeiträge, Mitarbeit bei Filmfestivals als Kurator, Autor, Moderator. Schwerpunkte: Film, Theorie, Popkultur. Redakteur bei artechock. Seit 2004 in wechselnden Funktionen im Vorstand des VDFK (Verband der deutschen Filmkritik).