Filmfest
#FFHH21
30.09. - 09.10.2021
Hamburg

Erste Filme
23.06.2021

Zwei Wettbewerbsfilme aus Cannes, ein Venedig-Preisträger, eine deutsche Romanverfilmung und eine persönliche Dokumentation über jüdische Identität: Kurz vor der bundesweiten Kinoöffnung in Deutschland gibt FILMFEST HAMBURG erste Einblicke in das diesjährige Programm, macht Lust auf Filme auf der großen Leinwand und stimmt ein auf einen cineastischen Festivalherbst.

Mit Die Geschichte meiner Frau feiert die ungarische Regisseurin und Berlinale-Preisträgerin Ildikó Enyedi (Körper und Seele, Goldener Bär 2018) Weltpremiere in Cannes. Der Schiffkapitän Jakob Störr (Gijs Naber), schließt in einem Café eine Wette ab, die Frau zu heiraten, die als erste das Lokal betritt. Es wird die schöne Lizzy sein (Léa Seydoux). Die europäische Koproduktion basiert auf dem gleichnamigen Roman von Milán Füst und wurde 2019 unter anderem in der Hamburger Speicherstadt gedreht.

Die französische Schauspielerin Léa Seydoux spielt auch die Hauptrolle in France von Bruno Dumont. Der zweite Wettbewerbsfilm in Cannes mit Hamburger Beteiligung in der Produktion (Red Balloon Film) erzählt die Geschichte von der Starjournalistin France de Meurs, deren Leben außer Kontrolle gerät. France lässt sich jedoch nicht unterkriegen und beginnt selbstbewusst mit Ironie und Augenzwinkern noch einmal von vorne. Bruno Dumont war 2019 mit seinem Film Jeanne D'Arc bei FILMFEST HAMBURG zu Gast.

Andrei Konchalovskys Film Dear Comrades! feierte seine Weltpremiere beim Filmfestival in Venedig und erhielt dort den Spezialpreis der Jury. In seinem in schwarzweiß und im 4:3-Format gedrehten Film versucht der Altmeister des russischen Films die Ära der 1960er Jahre in der UdSSR akribisch und detailgetreu nachzubilden. Ljudmila, eine überzeugte kommunistische Parteifunktionärin wird von einem Streik in der örtlichen Fabrik überrascht, an dem sich auch ihre eigene Tochter beteiligt. Ein verzweifelte Suche beginnt, denn die Situation gerät außer Kontrolle, Menschen werden verhaftet und die Behörden versuchen die staatliche Gewalt zu vertuschen.

Alexandra Maria Lara und Birgit Minichmayr spielen die Hauptrollen in Nana Neuls Film Töchter. Die besten Freundinnen Betty und Martha brechen mit Marthas schwerkrankem Vater (Josef Bierbichler) auf dem Rücksitz zu einer Reise in die Schweiz auf. Eine letzte Fahrt soll es werden, doch nichts endet, wie man es sich vorgestellt hat, schon gar nicht das Leben. Das tragikomische Roadmovie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lucy Fricke, die zusammen mit Nana Neul auch das Drehbuch verfasste.

Was ist jüdische Identität? Der Filmemacher Niko Apel versucht Antworten zu finden und begleitet den einstigen Studentenführer und ehemaligen Grünenpolitiker Daniel Cohn-Bendit auf eine Reise nach Israel. Wir sind alle deutsche Juden ist Cohn-Bendits persönliche Suche nach dem Judentum und eine subjektive Auseinandersetzung mit dem Staat Israel.

Foto: Töchter Warner Bros. Pictures/Alicia Christina Soto Penas

Die Filme im Überblick:

Die Geschichte meiner Frau
Ildikó Enyedi
Ungarn, Deutschland, Italien, Frankreich 2021
Verleih: Alamode Film
»Kaleidoskop«

France
Bruno Dumont
Frankreich, Deutschland, 2021
Verleih: MFA
»Voilà«

Dear Comrades!
Andrei Konchalovsky
Russland 2020
Weltvertrieb: FilmsBoutique
»Kaleidoskop«

Töchter
Nana Neul
Deutschland, Italien, Griechenland, 2021
Verleih: Warner Bros. Pictures
Kinostart: 7.10.2021
»Große Freiheit«

Wir sind alle deutsche Juden
Deutschland, 2020
»VETO!« (außer Konkurrenz)
In Kooperation mit dem Jüdischen Salon am Grindel e.V.

Das komplette Filmprogramm wird am 14. September 2021 bekannt gegeben.

FILMFEST HAMBURG findet vom 30. September bis 9. Oktober 2021 statt. Gezeigt werden rund 100 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren. Festivalkinos sind das Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und das Studio-Kino.