Filmfest
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Hamburg
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Debütfilme
01.09.2020

Ein gehörloser Drummer, Soldaten, denen der Krieg abhandengekommen ist, eine Frühlingsliebe in Paris und vier Geschichten um den Krieg in der Ukraine. FILMFEST HAMBURG zeigt in diesem Jahr 20 Debütfilme, die herausfordern und dabei innovative und mutige Perspektiven auf den Zustand unserer Welt entwerfen.

Während das Format »Gegenwartskino im Fokus« die Entwicklungen von wichtigen Stimmen des Weltkinos nachzeichnet, ist eine der zentralen Aufgaben, die sich FILMFEST HAMBURG stellt, auch junge Filmemacher·innen zu fördern und sie dem Publikum vorzustellen. So werden neben den neusten Werken etablierter RegisseurInnen auch in diesem Jahr Debütfilme einen signifikanten Teil des Programms ausmachen, darunter Werke aus Frankreich, Bolivien, der Ukraine und den USA.

Basierend auf ihrem eigenen Theaterstück erzählt die Theaterautorin Natalia Vorozhbyt in ihrem Filmdebüt Bad Roads vier Geschichten, die im Ukrainekonflikt angesiedelt sind. Auf den Straßen des Donbass herrscht Chaos und die Menschen, die hier aufeinander treffen, werden sich gegenseitig zur Gefahr. Vorozhbyt entwirft dabei ein Drama, in dem das Verhältnis von Opfern und Tätern immer wieder ins Wanken gerät und die Ereignisse die Erwartungen unterlaufen.

Von einem anderen Konflikt erzählt der Debütfilm des bolivianischen Regisseurs Diego Mondaca. Während des Krieges zwischen Paraguay und Bolivien in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert, verirren sich ein deutscher Kommandant und seine aus indigenen Soldaten bestehende Einheit in der Weite der unwirtlichen Chaco Ebene. Chaco verkehrt die Erfahrung des Krieges ins Innere und lässt die Soldaten zwischen schwindender Moral und zur Neige gehenden Vorräten mit ihren eigenen Dämonen ringen.

Suzanne Lindon spielt selbst die Hauptrolle in ihrem Regiedebüt Frühling in Paris. Der Film kreist um eine 16-jährige Schülerin die mit ihren Altersgenossen wenig anfangen kann. Die Bekanntschaft mit einem etwas älteren Mann scheint eine Antwort zu sein auf ihren Wunsch nach etwas anderem. Doch nach und nach merkt sie, dass ihr in der Welt der Erwachsenen die Erfahrungen ihres eigenen Alters entgleiten.

Darius Marder war Ko-Drehbuchautor bei Derek Cianfrances The Place Beyond the Pines und gibt mit Sound of Metal sein Regiedebüt: Während eines Auftritts mit seiner Punk-Metal-Band erleidet Ruben plötzlich einen Hörsturz. Die Ärzte sagen dem Drummer und Ex-Junkie, dass er sein Gehör komplett verlieren wird. Seine Freundin und Bandkollegin Lou bringt ihn in eine Einrichtung für Gehörlose, doch Ruben kann sich mit der neuen Situation Abseits des Rauschs nur schwer arrangieren.

Neben River of Grass, dem schon angekündigten Debüt Kelly Reichardts, das als Teil des Formats »Gegenwartskino im Fokus« zu sehen sein wird, feiert ein weiteres Kinodebüt in diesem Jahr seine Wiederaufführung: Fatih Akins Klassiker Kurz und schmerzlos über drei Kleinkriminelle Jungs im Hamburger Stadtteil Altona wurde aufwendig restauriert und wird in dieser Form erstmalig bei FILMFEST HAMBURG zu sehen sein, bevor er bei »Eine Stadt sieht einen Film« am 4. Oktober durch die Hamburger Kinos tourt.

Neben den Wiederaufführungen gibt es in diesem Jahr insgesamt 20 Debütfilme im Programm. Darunter auch die schon angekündigten Titel Cortex von Moritz Bleibtreu, The Cloud in Her Room von Zheng Lu Xinyuan, Sörensen hat Angst von Bjarne Mädel, Eyimofe –This is my Desire von Arie und Chuko Esiri, Meine Familie und der Wolf von Adrià García, Sohn-Mutter von Mahnaz Mohammadi, Perfekt 10 von Eva Riley und Gagarine von Fanny Liatard und Jérémy Trouilh.

Die Filme im Überblick:

Bad Roads (Pohani Dorogy)

Natalia Vorozhbyt
Ukraine 2020
»Kaleidoskop«

Chaco
Diego Mondaca
Bolivien, Argentinien 2020
»Vitrina«

Frühling in Paris (Seize Printemps)
Suzanne Lindon
Frankreich 2020
»Voilà«
Verleih: MFA+ Filmdistribution
Kinostart: Januar 2021

Kurz und Schmerzlos
Fatih Akin
Deutschland 1998
»Große Freiheit«
Verleih: Warner Bros. Pictures
Re-Release: Oktober 2020

Sound of Metal
Darius Marder
USA, Belgien 2019
»Transatlantik«