Filmfest
#FFHH20
24.9. - 3.10.2020
Hamburg

EUFA für Céline Sciamma
06.12.2019

Der European University Film Award (EUFA) 2019 geht an den Film Porträt einer jungen Frau in Flammen von Céline Sciamma. 24 Studierende aus 24 europäischen Ländern haben sich nach intensiven Gesprächen in Hamburg auf den diesjährigen Gewinnerfilm geeinigt, der am Wochenende im Rahmen der European Film Awards in Berlin überreicht wurde.

Die Jury lobt vor allem das intensive Storytelling und die Komposition des Films: »Durch ein furchtloses, sorgfältiges und sanftes Erzählen wird eine mythische Atmosphäre geschaffen, in der die weiblichen Figuren sich gegenseitig stützen und Trost in der Gesellschaft der anderen finden. Die Zentralperspektive der Kamera, eine Farbpalette aus der Renaissance und eine komponierte Inszenierung tragen dazu bei, jedes einzelne Bild wie ein Gemälde wahrzunehmen.« In der Jurybegründung heißt es weiter:»Im Verhältnis zwischen europäischer Kunst und Geschichte beleuchtet der Film zugleich auch die lokalen Werte und Lebensweisen. Indem Sciamma die Hierarchie zwischen der Künstlerin und der Muse bricht, verwandelt es den kreativen Prozess in eine bewegende queere Liebesgeschichte«.

Die Entscheidung haben getroffen: Jonah Simanjuntak (Universität Antwerpen, Belgien), Sara Rauschning (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Deutschland), Valtteri Kauraoja (Universität Turku, Finnland), Florentin Groh (Université Sorbonne Nouvelle - Paris 3, Frankreich), Panoraia Ioannou (Universität der Ägäis, Griechenland), Casey Hynes (Universität College Cork, Irland), Sarah Jack (Universität Udine, Italien), Nikulas Hlynsson (Universität Island, Island), Romy Halkin (Steve Tisch School of Cinema and Television Studies, Israel), Līga Saliņa (Lettische Kulturakademie, Lettland), Viktorija Dridi (Vilnius Universität, Litauen), Layli Jafari Behtash (Universität Utrecht, Niederlande), Selina Teichmann (Universität Wien, Österreich), Jakub Zawodniak (Universität Lodz, Polen), Inês Alves Paredes (Universität Beira Interior, Portugal), Rebeka Sarkadi (Sapientia Hungarian Universität of Transylvania, Rumänien), Anton Persson (Linnaeus Universität, Schweden), Zaineb Lassoued (Universität Lausanne, Schweiz), Savina Smederevac (Universität der Künste Belgrad, Serbien), Víctor Iturregui García de Motiloa (Universität Baskenland, Spanien), Anna Skočdopolová (Karls-Universität Prag, Tschechien), Gülcin Caktug (Kadir Has Universität, Türkei), Kelsey Draper (Liverpool John Moores Universität, U.K), Anna Király (Katholische Péter-Pazmany Universität, Ungarn).

Céline Sciammas Porträt einer jungen Frau in Flammen ist eine feinsinnige Liebesgeschichte und ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau damals wie heute. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Marchant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, aus Protest gegen die arrangierte Ehe. Marianne beobachtet Héloïse während ihrer Spaziergänge und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Der Film lief im Wettbewerb bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes, wo er den Preis für das beste Drehbuch gewann und mit der Queer Palm ausgezeichnet wurde. Die Deutschlandpremiere fand in Anwesenheit der Regisseurin und der beiden Hauptdarstellerinnen bei FILMFEST HAMBURG statt, der deutsche Kinostart war am 30. Oktober 2019 (Verleih: Alamode).

Mit dem European University Film Award, der erstmals in diesem Jahr offizielle Kategorie der European Film Awards ist, soll ein jüngeres Publikum für die Vielfalt der europäischen Filmkultur begeistert werden.

Der von FILMFEST HAMBURG und der European Film Academy initiierte European University Film Award 2019 findet in Kooperation mit dem NECS – European Network for Cinema and Media Studies statt und wird unterstützt von der Joachim Herz Stiftung, Creative Europe Desk Hamburg und erstmals von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg, die die Veranstaltung mit 10.000 Euro fördert.

Der European University Film Award ging 2018 an Happy Lazzaro, Regie: Alice Rohrwacher, 2017 an Heartstone, Regie: Guðmundur Arnar Guðmundsson und 2016 an I, Daniel Blake, Regie: Ken Loach.

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