Filmfest
#FFHH20
24.9. - 3.10.2020
Hamburg

Eröffnungsfilm und weitere Highlights
26.08.2019

Mit einer Zeitreise ins Jahr 1974 eröffnet das diesjährige FILMFEST HAMBURG am 26. September seinen Streifzug durch das Gegenwartskino, der unter anderem nach Frankreich, Portugal, Kanada, Iran und in den Norden Deutschlands führt.

In Anwesenheit der Hauptdarstellerin Doria Tillier und Regisseur Nicolas Bedos wird Die schönste Zeit unseres Lebens zur Eröffnung des Festivals seine Deutschlandpremiere feiern. Im Film erhält der Comiczeichner Victor, für den es seit einiger Zeit sowohl beruflich als auch in der Beziehung mit seiner Frau bergab geht, mithilfe einer Eventagentur noch einmal die Chance, den Tag im Jahr 1974 zu erleben, an dem er die Frau seines Lebens kennengelernt hat. Mit Hilfe von Schminke, Kostümen und aufwändigen Sets entsteht das Porträt einer vergangenen Epoche und die charmante Darstellerin Margot (Doria Tillier) sorgt dafür, dass sich Realität und Inszenierung immer weiter vermischen.

Mit Vitalina Varela kommt der Preisträger des Goldenen Leoparden vom Locarno Film Festival nach Hamburg. Regisseur Pedro Costa (Horse Money, Jugend voran!) setzt darin seine Beschäftigung mit den Schattenexistenzen Portugals fort: Migrant·innen aus Kap Verde, die in der entrückten Düsternis der Slums leben. Auch hier vermischt der Filmemacher wieder Dokument und Fiktion in der Erzählung einer Frau, die aus der ehemaligen Kolonie den Weg Richtung Festland nimmt - Jahre nachdem ihr Mann sie verlassen hat, um diese Richtung einzuschlagen - nur um wenige Tage nach dessen Beerdigung dort einzutreffen. Darstellerin Vitalina Varela, die dem Film seinen Titel verleiht, erhielt in Locarno den Preis für die beste schauspielerische Leistung.

Douglas Sirk Preisträger Atom Egoyan (Exotica, Das süße Jenseits) kehrt mit Der Ehrengast vier Jahre nach seinem letzten Besuch in die Hansestadt zurück. Der kanadische Regisseur inszeniert eine komplexe Vater-Tochter-Beziehung: Eine Frau sitzt wegen eines sexuellen Übergriffs an einem Schüler im Gefängnis. Obwohl sie weiß, dass die Vorwürfe falsch sind, beschließt sie im Gefängnis zu bleiben und lehnt auch die Hilfe ihres Vaters ab, der daraufhin seinen Frust in seinem Beruf als Kontrolleur des Gesundheitsamts herauslässt. Zugleich werden nach und nach die komplizierten Verstrickungen der Vergangenheit an die Oberfläche gespült.

Aufgrund seiner kürzlichen Verurteilung in Iran wird Mohammad Rasoulof (A Man of Integrity, Manuscripts Don't Burn) nicht an der Weltpremiere seines neuen Films Das rote Coupé teilnehmen können. Schon aufgrund seiner Schwierigkeiten mit dem Regime konnte Rasoulof bei dem von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützten Film nur als Produzent und Drehbuchautor fungieren, während Ashkan Najafi die Regie übernahm. Im Film versucht ein alleinerziehender Vater im von Inflation und Korruption bestimmten Iran den mit dem Sohn gemeinsamen Wunsch nach einem roten Coupé zu erfüllen.

Siegfried Lenz' Deutschstunde gehört zu den wichtigsten Werken der deutschen Nachkriegsliteratur. Nun hat sich Christian Schwochow (Bad Banks, Die Unsichtbare) an die erste Kinoadaption gewagt. In der Geschichte über den Jungen Siggi, der in der Haft seinen Konflikt zwischen Pflichterfüllung und moralischen Überzeugungen während der NS-Zeit niederschreibt, standen unter anderem Tobias Moretti, Ulrich Noethen und Maria Dragus vor der Kamera. Deutschstunde ist bei FILMFEST HAMBURG für den mit 25.000 Euro dotierten Hamburger Produzentenpreis Deutsche Kinoproduktion nominiert.

FILMFEST HAMBURG findet vom 26. September bis 5. Oktober 2019 statt. Gezeigt werden über 130 Produktionen als Welt-, Europa- oder Deutschlandpremieren in den Festivalkinos Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und Studio-Kino. Das Programm wird am 10. September 2019 bekannt gegeben, der Ticketverkauf startet am 18. September 2019.