Filmfest
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24.9. - 3.10.2020
Hamburg

Mohammad Rasoulof in Iran verurteilt
24.07.2019

Der in Hamburg und Teheran lebende iranische Regisseur Mohammad Rasoulof ist am vergangenen Samstag vom iranischen Revolutionsgericht zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Bereits im September 2017 hatten iranische Behörden Rasoulofs Pass einbehalten als dieser vom Telluride Film Festival nach Teheran zurückkehrte. Die iranischen Revolutionsgarden warfen ihm »Gefährdung der nationalen Sicherheit« und »Propaganda gegen die islamische Regierung« vor. Dieser Propagandavorwurf führte am vergangenen Samstag zu einer Verurteilung durch die Abteilung 26 des Revolutionsgerichts. Mohammad Rasoulof ist zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden, außerdem wurde ihm die Mitgliedschaft in politischen und sozialen Organisationen untersagt. Zudem darf der Filmemacher Iran für die nächsten zwei Jahr nicht verlassen. Ausschlaggebend für das Urteil war dabei die kritische Darstellung des Iran in den letzten drei Filmen des Regisseurs (Auf Wiedersehen, Manuscripts Don't Burn, A Man of Integrity).

»Wie so oft ist erneut ein Künstler Opfer einer willkürlichen Rechtsprechung. Mohammad Rasoulofs Verbrechen bestehen darin, Filme über seine Heimat zu machen. Wir, die in einer freien Welt leben, haben die Pflicht, dagegen zu protestieren. Mohammad Rasoulof ist seit Jahren mit FILMFEST HAMBURG verbunden, er lebt seit 2012 teilweise in Hamburg. Wir hoffen, dass das iranische Regime ihm erlauben wird, wieder Filme zu drehen und zu seiner Familie zurückzukehren«, so Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Im Jahr 2005 war Mohammad Rasoulof erstmals bei FILMFEST HAMBURG zu Gast und ist dem Festival seitdem freundschaftlich verbunden. Sein Film Iron Island erhielt 2005 den Preis der Hamburger Filmkritik. Später liefen in Hamburg unter anderem The White Meadows und als Eröffnungsfilm 2011 Auf Wiedersehen, der seinerzeit aus dem Iran geschmuggelt werden musste. Nach der Konfiszierung seines Passes konnte Rasoulof 2017 nicht mehr an der Deutschlandpremiere seines Films A Man of Integrity bei FILMFEST HAMBURG teilnehmen. Der Film war zuvor in Cannes mit dem Hauptpreis der Sektion »Un Certain Regard« ausgezeichnet worden.

Der Filmemacher war bereits in der Vergangenheit mehrfach mit den iranischen Behörden in Konflikt geraten. Nach der Veröffentlichung seines Films Manuscripts Don't Burn, der 2013 bei FILMFEST HAMBURG lief, durfte Rasoulof für neun Monate das Land nicht verlassen. Zwei Jahre zuvor war Mohammad Rasoulof zusammen mit seinem Kollegen Jafar Panahi zu 20 Jahren Berufsverbot und einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie an einer Dokumentation über die Proteste nach der Präsidentenwahl 2009 arbeiteten. Das Berufsverbot wurde später aufgehoben, die Haftstrafe auf ein Jahr verkürzt und zur Bewährung ausgesetzt.

Mohammad Rasoulofs Familie lebt in Hamburg.