Filmfest
#FFHH19
26.9. - 5.10.2019
Hamburg

Erste Filme
18.07.2018

Familien- und Liebesgeschichten, Künstler-Porträts und Filme gegen das Vergessen:  FILMFEST HAMBURG gibt einen ersten Einblick in das diesjährige Programm und zeigt mit Dogman (Foto)I Do Not Care If We Go Down In History as Barbarians und Butterflies Preisträgerfilme aus Cannes, Karlovy Vary und Sundance. 

Für seinen Film Scarred Hearts – Vernarbte Herzen wurde Radu Jude 2016 bei FILMFEST HAMBURG mit dem »Hamburger Produzentenpreis Europäische Kino-Koproduktion« ausgezeichnet. Jetzt kehrt der rumänische Regisseur mit I Do Not Care If We Go Down In History as Barbarians über eineTheaterregisseurin, die in einem provokanten Theaterstück die rumänische Mitschuld am Holocaust aufarbeiten will, in die Hansestadt zurück. Die internationale Koproduktion mit deutscher Beteiligung wurde beim diesjährigen Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary mit dem Hauptpreis ausgezeichnet und wird bei FILMFEST HAMBURG in der Sektion Veto! gezeigt.

In Dogman von Matteo Garrone wird der sanftmütige Hundefriseur Marcello und die Bewohner einer verfallenen Vorstadt in Süditalien mehr und mehr von dem ehemaligen Boxer Simone tyrannisiert bis Marcello schließlich zum Vergeltungsschlag ausholt. Die Hauptrolle in diesem urbanen Western spielt Marcello Fonte, der in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Bei FILMFEST HAMBURG läuft Dogman in der Sektion Kaleidoskop, der Reihe für Filme aus aller Welt.

Bereits 2015 war Tolga Karaçelik mit seinem Film Ivy zu Gast bei FILMFEST HAMBURG. In Butterflies beschreibt der türkische Regisseur warmherzig und mit einer Portion schwarzem Humor die Reise dreier Geschwister in die türkische Provinz, um den letzten Willen ihres Vaters zu erfüllen.  Butterflies, der beim Sundance Film Festival mit dem Jurypreis als bester Spielfilm ausgezeichnet wurde, läuft in Hamburg ebenfalls in der Sektion Kaleidoskop.

Another Day of Life von Raúl de la Fuente und Damian Nenow ist die packende Geschichte einer dreimonatigen Reise des berühmten polnischen Reporters Ryszard Kapuściński durch das kriegszerstörte Angola. Der Film basiert lose auf Motiven des Romans »Another Day of Life« (Wieder ein Tag Leben), in dem Kapuściński mit seismografischer Sensibilität und detailgenauem Blick seine Erfahrungen während des Bürgerkriegs verarbeitet hat. Im Film verweben die Regisseure geschickt Animation mit dokumentarischen Bildern. Another Day of Life, koproduziert von der Hamburger Wüste Film,feierte seine Welturaufführung in Cannes undläuft bei FILMFEST HAMBURG in der Sektion Freihafen

Ein weiterer Cannes-Film in dieser Reihe ist die türkische Produktion mit deutscher Beteiligung The Wild Pear Tree von Nuri Bilge Ceylan. Darin kehrt ein junger Schriftsteller in sein Heimatdorf zurück und sinniert über seinen Platz in der Familie und im Leben. Der türkische Regisseur, dessen Film Winterschlaf 2014 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde und bei FILMFEST HAMBURG lief, stellt in The Wild Pear Tree erneut Sprache und Bilder kunstvoll gegenüber.

In seinem palästinensischen Film The Reports on Sarah & Saleem spitzt Muayad Alayan, Co-Gründer eines Kollektivs von Filmkreativen mit Sitz in Ost-Jerusalem und Bethlehem, die lokalen Verwerfungenauf ungewöhnliche Art zu. Die Affäre eines verheirateten Palästinensers mit einer ebenfalls gebundenen Israelin in Jerusalem bekommt eine gefährlich politische Dimension als sie zur falschen Zeit am falschen Ort entdeckt werden. Dabei steht weit mehr auf dem Spiel, als nur ihre Ehen. The Reports on Sarah & Saleem wird in der Sektion Freihafen gezeigt.

In Ella und Nell brechen zwei Freundinnen, die sich lange nicht gesehen haben, zu einer gemeinsamen Wanderung ins Elbsandsteingebirge auf und versuchen an ihre alte Freundschaft anzuknüpfen. Das Langfilmdebüt von Aline Chukwuedo wird in der neuen Sektion Große Freiheit – Filme aus Deutschland gezeigt und geht ins Rennen um den mit 25.000 Euro dotierten »Hamburger Produzentenpreis Deutsche Kinoproduktion«.

In ihrem Dokumentarfilm mit fiktionalisierten Elementen Who Will Write our History? nähert sich die Regisseurin Roberta Grossmann dem Historiker, Politiker und Publizisten Emanuel Ringelblum, der im Warschauer Ghetto das Untergrundarchiv »Oneg Schabbat« aufbaute und leitete. Unermüdlich dokumentierten er und seine Kollegen das Leben und Sterben der jüdischen Bevölkerung im Warschauer Ghetto, angetrieben von dem Wunsch, die Geschichtsschreibung nicht nur den Tätern zu überlassen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Samuel Kassow und läuft als Europapremiere bei FILMFEST HAMBURG in der Sektion Kaleidoskop.

Gleich zwei Dokumentarfilme porträtieren britische Modeikonen von Weltrang: Alexander McQueen brachte den Punk zurück in die Modewelt. Ein exzentrischer Designer, der mit seinen opulenten Modeschauen immer für einen Skandal sorgte. Doch der 2010 verstorbene Alexander McQueen war weit mehr als das Enfant terrible, der die Öffentlichkeit durch seine kreativen Ideen provozierte und schockte. Die Dokumentation Alexander McQueen der britischen Regisseure Ian Bonhôte und Peter Ettedgui zeichnet das vielschichtige Bild eines unscheinbaren Jungen aus dem Londoner East End, der durch seinen Ehrgeiz und sein Gespür zu einem der berühmtesten Modeschöpfer überhaupt wurde.

In Westwood: Punk, Icon, Activist beleuchtet die Regisseurin Lorna Tucker den Beginn der Karriere von Vivienne Westwood, die revolutionären Gedanken der schillernden Fashion-Ikone und die weitere Entwicklung ihres Schaffens im Laufe der Zeit.  Im Fokus stehen vor allem Westwoods politischer Aktivismus und die Botschaften, die sie mit ihrer Mode bis heute formuliert. Beide Filme werden  in der Sektion Kaleidoskop gezeigt.

Das gesamte Filmprogramm wird am 11. September 2018 bekannt gegeben.


FILMFEST HAMBURG
 findet vom 27. September bis 6. Oktober 2018 statt. Gezeigt werden 130 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren. Festivalkinos sind das Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und das Studio-Kino.