Filmfest
#FFHH19
26.9. - 5.10.2019
Hamburg

Douglas Sirk Preis verliehen
05.10.2018

Der iranische Regisseur Jafar Panahi ist am Donnerstagabend mit dem Douglas Sirk Preis ausgezeichnet worden. Seine Tochter Solmaz Panahi nahm den Preis in Anwesenheit der Hauptdarstellerin Benaz Jafar entgegen.

Die Laudatio auf den iranischen Regisseur, der wegen eines Berufs- und Arbeitsverbots nicht persönlich nach Hamburg kommen konnte, hielt die deutsch-iranische Fernsehjournalistin Isabel Schayani. Mit ihren berührenden Worten machte sie die Preisverleihung im CinemaxX zu einem unvergesslichen Erlebnis. »Ich fürchte«, so Schayani, »dies ist keine Laudatio, sondern eher eine Art Liebeserklärung an Jafar Panahi - und er ist nicht der einzige - der in großer Unfreiheit und jahrzehntelanger Demütigung Würde behalten hat und damit seinem ganzen Land Würde und Hoffnung schenkt. Die Würde in Unfreiheit aufrecht zu stehen, und das gelingt ihm durch seine Filme, also durch durch und durch friedlichen, ja, kreativen Widerstand. Dies ist eine Liebeserklärung an Menschen, die ihre Träume leben, egal wie viele Jahrzehnte man ihnen das Träumen verbietet. Genauso wie das Werk von Jafar Panahi, der heute mit dem Douglas Sirk-Preis ausgezeichnet wird.«

»Ich bedanke mich ganz herzlich«, sagte Jafar Panahi in einer Videobotschaft, »und hoffe, dass meine Tochter bei Ihnen ist, um den Preis in Empfang zu nehmen, und um mir später von Ihren Reaktionen berichten zu können, da ich leider nicht dabei sein kann.«

Mit Standing Ovations würdigten Publikum, die Hauptdarstellerin Benaz Jafari, Panahis Tochter Solmaz und alle Beteiligten des Abends, darunter Jana Schiedek (Staatsrätin, Behörde für Kultur und Medien), Irmgrad Maria Fellner (stellv. Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation, Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik im Auswärtigen Amt) , die Laudatorin Isabel Schayani und Festivalleiter Albert Wiederspiel den diesjährigen Preisträger Jafar Panahi. 

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde der Film Drei Gesichter gezeigt, der voraussichtlich am 26.12.2018 in den deutschen Kinos startet (Verleih: Weltkino).

Seit 1995 wird im Rahmen von FILMFEST HAMBURG der Douglas Sirk Preis an Persönlichkeiten verliehen, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht haben. Clint Eastwood nahm die Auszeichnung, ein vom Hamburger Designer Georg Plum entworfener Kristall, als erster Preisträger entgegen.

Namensgeber des Preises ist Douglas Sirk, der als Hans Detlef Sierck in Hamburg geboren wurde, 1937 in die USA emigierte und sich in Hollywood zunächst als Drehbuchautor versuchte. Erste Erfolge als Regisseur feierte Sirk mit dem Melodrama Summer Storm. In den Folgejahren dreht er mit In den Wind geschrieben, Zeit zu leben und zu sterben und Solange es Menschen gibt weitere erfolgreiche Filme dieses Genres.

Bisherige Preisträger*innen sind Clint Eastwood (1995), Stephen Frears (1996), Jodie Foster (1997), Peter Weir (1998), Jim Jarmusch (1999), Wong Kar-Wai (2000), Majid Majidi (2001), Aki Kaurismäki (2002), Isabelle Huppert (2003), François Ozon (2004), Zentropa (2005), Gérard Depardieu (2006), David Cronenberg (2007), Atom Egoyan (2008), Julian Schnabel (2010), Andreas Dresen, Peter Rommel (2011), Kim Ki-duk (2012), Tilda Swinton (2013), Fatih Akin (2014), Catherine Deneuve (2015), Wim Wenders (2017).