Deutschland 1912 | 858 min | ohne Dialog | | FF 2003
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Im Verzeichnis verbotener Filme nach dem „Königlich preußischen Zentral-Polizei-Blatt“ vom Februar 1912 stand „Die arme Jenny“ unter Absatz „b) für Kinder verboten“ zwischen den mittlerweile der cineastischen Vergessenheit anheimgefallenen, zeitgleich entstandenen Werken „Alkohol-Schmuggler“ und „Die Ehre der Fahne“. Was damals in den beanstandeten ersten beiden Akten die Zensoren entrüstete, kann heute keiner mehr verstehen. Asta Nielsen erinnerte sich lapidar: „In der ,Armen Jenny‘ wurde ich eine Berliner Dirne und saß, eine Zigarre im Mund, in einer Kaschemme.“ Wesentlich dramatischer wusste das Programmheft des Edison-Theaters in Graz „Die arme Jenny“ dem Publikum anzupreisen: „Es hieße Eulen nach Athen zu tragen, wollte man hervorheben, wie gewaltig Asta Nielsen als Darstellerin zuerst liebesdurstiger und leichtgläubiger, dann getäuschter und tief unglücklicher Mädchengestalten wirkt. Ihre Jenny ist nun wieder eine solche Kraftleistung. Die Tochter einfacher Leute, in deren Leben noch nicht der Sonnenstrahl des Liebesglücks gefallen ist, taumelt sie wie der Falter in das Licht, in die Schlingen des eleganten Verführers, hat bald den kurzen Traum ihrer Liebe ausgeträumt und büßt jetzt durch ein langes Martyrium für die wenigen Glücksmomente.“
Regie:Urban Gad Drehbuch:Urban Gad Darsteller:Asta NielsenEmil AlbesPaula Helmert Orig. Titel: Die arme Jenny Originalsprache: stumm Filmtyp: Spielfilm Kamera: Guido Seeber Set Designer: Robert Dietrich Format: 35 mm
Produktionsfirma: Deutsche Bioscop GmbH, Berlin, Germany