Filmfest
#FFHH17
5.10. - 14.10.2017
Hamburg

Heimatfilme
29.08.2017

Im Sonderprogramm »Heimatfilme« verbinden sich Kino und Integration. Geflüchtete untertiteln ihren Lieblingsfilm in der Sprache ihrer neuen Heimat: FILMFEST HAMURG zeigt in Kooperation mit dem Filmclub HEIMATFILME zehn Produktionen aus Ägypten, Afghanistan, Deutschland, Eritrea, Iran, Somalia, Syrien und Tschetschenien.

Die Kurator*innen von »Heimatfilme« sind Asylsuchende, Geflüchtete, Eingewanderte und deutsche Muttersprachler*innen. Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Biografien, die sich regelmäßig in der »Embassy of Hope« im Thalia in der Gaußstraße treffen. Dort entstand 2016 der Arab Filmclub mit dem Ziel, arabischsprachige Lieblingsfilme für die neuen Freund*innen in Deutschland verständlich zu machen. Der Filmclub HEIMATFILME erweitert das Spektrum um den nichtarabischen Sprachraum und spiegelt damit die nationale und kulturelle Spannbreite der »Embassy of Hope«-Community wider. Die Geflüchteten erklären die Dialoge, erläutern Metaphern, Sprichwörter und Redewendungen und finden gemeinsam mit den Muttersprachler*innen adäquate deutsche Formulierungen für die Untertitel. Der  Begriff »Heimatfilm« wird in dieser Reihe mit  neuem Leben gefüllt. Es werden Filme aus der verlorenen, aus der aktuellen Heimat, aus der fremden, der ersehnten sowie aus der Heimat, die man in Erinnerung bewahren möchte, gezeigt.


FILMFEST HAMBURG zeigt in der Festivalzeit ein Sonderprogramm mit Filmen aus Ägypten, Tschetschenien, Somalia, Eritrea, Syrien, Afghanistan, Iran und auch einen Lieblingsfilm aus Deutschland, der auf Arabisch untertitelt wird. Die Filme erzählen von Fußballerinnen mit Kopftuch, den somalischen Bürgerkrieg oder einem afghanischen Mädchen, das so gern zur Schule gehen möchte. Auch Komödien sind darunter, mit dem »Charlie Chaplin des arabischen Kinos« aus Syrien und dem beliebtesten Schauspieler Ägyptens. Und Jafar Panahis erster Langfilm ist ebenso dabei.

Das Sonderprogramm »Heimatfilme« wird von der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. unterstützt.

Die Vorführungen sowie ein kulinarisches und musikalisches Rahmenprogramm finden in der »Fabrique« im Gängeviertel statt.


Die Filme im Überblick:


Buddha zerfiel vor Scham

IRN, F 2007, 84 Min. Regie: Hana Makhmalbaf

Die sechsjährige Bakhtay lebt in Bamian, einem Tal in Afghanistan, und möchte zur Schule gehen dürfen. Dafür braucht sie ein Schulheft. (empfohlen ab 12 Jahren)

Ein unerwartetes Ereignis

SOM 2017, 41 Min. Regie: Hussein Shire Ciyaar Jecel

Die Freundinnen Laki und Shankaroon kennen sich seit ihrer Kindheit in Somalia und leben nun in London. Ein Vertrauensbruch gefährdet ihre Freundschaft.

Football Under Cover

D 2008, 85 Min. Regie: Ayat Najafi & David Assmann

Teheran 2006: Eine Frauen-Bezirksmannschaft aus Berlin-Kreuzberg  wird zum ersten öffentlichen Spiel der iranischen Frauen-Nationalmannschaft eingeladen – unter Ausschluss männlicher Zuschauer.

Die Grenze

SYR 1984, 99 Min. Regie: Duraid Lahham

Die Satire verspottet die viel beschworene arabische Einheit. Auf dem Regiestuhl und in der Hauptrolle der berühmte Duraid Lahham.

GuElei

ERI 2017, 113 Min. Regie: Rahel Tewelde

Da seine Frau noch ein zweites Kind möchte, muss GuElei endlich Geld verdienen. Ein humorvoller Trip durch Eritreas Hauptstadt Asmara.

Hochmut und Grab

SOM 2016, 20 Min. Regie: Ahmed Farah

Der Bürgerkrieg in Somalia erreicht ein verschlafenes Dorf.

Minor Guilty

RUS 2015, 22 Min. Regie: Malika Musaeva

Nach der Scheidung kehrt Mariana zurück in ihr tschetschenisches Heimatdorf. Niemand spricht mit ihr, nur ihre neue, geheimnisvolle Nachbarin.

Morgan Ahmed Morgan

EGY 2007, 90 Min. Regie: Ali Idris

Ein Geschäftsmann glaubt, alles mit Geld kaufen zu können – auch einen Hochschulabschluss. Eine Kinosatire mit dem ägyptischen Publikumsliebling Adel Imam.

Ohne Wahl

D 2017, 7 Min. Regie: Sulaiman Tadmory

Tadmory erklärt, warum er nach Deutschland geflüchtet ist und was für Träume er hat.

Der weiße Ballon

IRN 1995, 84 Min. Regie: Jafar Panahi

Razieh will zum Neujahrsfest unbedingt einen Goldfisch kaufen. Eine Odyssee durch Teheran beginnt, auf der sie ihr Geld verliert. (empfohlen ab 8 Jahren)