Filmfest
#FFHH17
5.10. - 14.10.2017
Hamburg

25. FILMFEST HAMBURG
24.07.2017

Mit einer Nacht der Premieren wurde am 30. September 1992 das erste Filmfest in Hamburg eröffnet. Nach dem Motto  »Filmfest für alle – überall in Hamburg« standen im ersten Jahr Filme unter anderem von Barbet Schroeder, Bille August, Baz Luhrmann und Bertrand Tavernier auf dem Programm. Bis heute feierten rund 2800 nationale und internationale Filmproduktionen bei FILMFEST HAMBURG ihre Welt-, Europa- oder Deutschlandpremiere.

 

Viele namhafte Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Clint Eastwood, Jodie Foster, Stephen Frears, Peter Weir, Jim Jarmusch, Wong Kar-Wai, François Ozon, Isabelle Huppert, David Cronenberg, Julian Schnabel, Fatih Akin, Atom Egoyan, Tilda Swinton und Catherine Deneuve stellten ihre Filme in der Hansestadt persönlich vor oder nahmen als Persönlichkeiten, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht haben, den 1995 eingeführten Douglas Sirk Preis auf der großen Kinobühne entgegen.

Schon in den 50er-Jahren gab es verschiedene ein- und mehrtägige, häufig politisch motivierte Veranstaltungen zum Thema Film in Hamburg. 1968 ist die Hochzeit studentischer Protestbewegungen. Auch im Filmbereich artikulieren Filmemacher wie Helmut Herbst, Thomas Struck, Werner Nekes, Christian Bau, Hellmuth Costard und Werner Grassmann ihren Widerstand gegen etablierte Filmfestivals, gegen einengende Strukturen der Filmwirtschaft und forderten mehr künstlerische Freiheit im Film. Sie organisierten im gleichen Jahr die 1. Hamburg Filmschau als Plattform für das sogenannte »Andere Kino« und für Filme der ebenfalls 1968 gegründeten Filmmacher Cooperative Hamburg. 1979 fand das Filmfest der Filmemacher statt, das unter anderem mit den Autorenfilmern Werner Herzog, Hark Bohm, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders kurzfristig von München nach Hamburg umgezogen war. Die am Ende des Festivals formulierte Hamburger Erklärung gegen die Fremdbestimmung des deutschen Films führte zur Gründung  des Hamburger Filmbüros. In den 1970er-Jahren gründeten mehrere Programmkinos aus ganz Deutschland die Arbeitsgemeinschaft Kino mit Sitz in Hamburg, die seit 1974 die Hamburger Kinotage mit Schwerpunkt auf publikumsrelevante Arthausfilme ausrichtete. Das Hamburger Filmbüro e.V. war seit 1986 Veranstalter des Europäischen Low Budget Film Forums und konzentrierte sich auf den Independent Film. Beide Festivals wurden 1992 unter dem Namen FILMFEST HAMBURG gebündelt, das bis heute als Publikumsfestival für internationales Weltkino steht, und wo sich der damals von Dietrich Kuhlbrodt zitierte »Festivaleffekt«, der »Glaube an das Kino« und die »durch und für das Publikum entstandene Euphorie« auch heute noch einstellt.

»Ich glaube, dass wir mit unserem Programm in den vergangenen Jahren eine ganz eigene Handschrift entwickelt haben und das Hamburger Publikum mit unserer Auswahl und unseren Entdeckungen jedes Jahr wieder neu begeistern und überraschen können«, sagt Festivalleiter Albert Wiederspiel, der seit 2003 die Arbeit seiner Vorgänger*innen Rosemarie Schatter (1992), Gerhard von Halem (1994) und Josef Wutz (1995 bis 2002) erfolgreich fortsetzt. Jährlich im Herbst zeigt

FILMFEST HAMBURG rund 120 Filme aktuell in den Sektionen Freihafen, Hamburger Filmschau, Transatlantik, Veto!, Voilà!, Vitrina, Asia Express, Eurovisuell, 16:9 und Kaleidsokop. Hinzu kommt das MICHEL Kinder und Jugend Filmfest mit einem eigenen Film-, Veranstaltungs- und Workshop-Programm für die kleinen Kinobesucher. 

In seinem 15. Festivaljahr kann Albert Wiederspiel auf eine erfolgreiche Bilanz zurückblicken. Das Festival ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen, die Besucherzahlen haben sich seit 1992 verzehnfacht. Immer mehr Partner aus der Branche nutzen das zehntägige Festival für Fachveranstaltungen, Businesskontakte, Empfänge und Partys. »Neben der Aufmerksamkeit des Publikums für interessante nationale und internationale Kinofilme und deren Macher*innen möchten wir auch die Aufmerksamkeit der gesamtdeutschen Branche auf Hamburg als Filmstandort lenken«, sagt Albert Wiederspiel. Creative Europe Hamburg wird zum zweiten Mal zusammen mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein das Series Lab Hamburg mit europäischen und Hamburger Serienproduzenten organisieren. Auch die Deutsche Filmakademie ist mit einer Veranstaltung zu Gast in Hamburg. Mit der Sonderaktion Stadt, Land, Filmfest setzt FILMFEST HAMURG  die Kooperation mit Hamburg Marketing fort und zeigt einen Film aus dem Programm in ausgewählten Kinos der Metropolregion.

Im Jubiläumsjahr vergibt FILMFEST HAMBURG Preisgelder in Höhe von insgesamt 100.000 Euro. Neu ist der mit 10.000 Euro dotierte Sichtwechsel-Filmpreis, gestiftet vom Auswärtigen Amt. Damit werden erstmals Regisseur*innen ausgezeichnet, die über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in anderen Ländern arbeiten und Filme realisieren. Weitere Preise sind der Douglas Sirk Preis, der Hamburger Produzentenpreis für Europäische Kino-Koproduktionen der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Fernsehproduktionen, gestiftet von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF), der Commerzbank Publikumspreis, der Politische Film der Friedrich Ebert-Stiftung, der Michel Filmpreis, gestiftet von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Art Cinema Award, der NDR Nachwuchspreis sowie der Preis der Hamburger Filmkritik.

Die Anzahl der Sponsoren und Preisstifter ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Hauptförderer von FILMFEST HAMBURG ist die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Langjährige Partner sind unter anderem die Deutsche Fernsehlotterie, ŠKODA AUTO Deutschland, Hapag-Loyd AG, das Grand Elysée Hotel, Studio Hamburg sowie der NDR. Als Spielstätten haben sich die Festivalkinos  Abtaton, Passage, CinemaxX Dammtor, Metropolis und das Studio Kino bewährt. Treffpunkt für Publikum sowie für nationale und internationale Filmfestgäste ist die Studio Hamburg Lounge, das Festivalzelt auf dem Allende-Platz.

 

FILMFEST HAMBURG findet 2017 vom 5. bis 14. Oktober statt. Das Programm wird am 19. September 2017 bekannt gegeben. Der Ticketverkauf startet am 21. September 2017.