Filmfest
#FFHH18
27.9. - 6.10.2018
Hamburg

Der Politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung zeichnet seit 2013 gesellschaftlich engagiertes Kino aus. Dokumentar- und Spielfilme in der Sektion Veto! konkurrieren um das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Prämiert wird die beste Regiearbeit. 


Preisträger 2017

The Wait

Regie: Emil Langballe

Jurybegründung:

»Wir haben großartige Filme in der Sektion Veto! sehen dürfen. Die Entscheidung, an wen der Preis 'Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung' in diesem Jahr geht, fiel uns entsprechend nicht leicht. Das spricht für die Stärke des Programms. 'The Wait' ist das eindringliche Portrait der jungen Rokhsar, die mit ihrer Familie aus Afghanistan fliehen musste und sich seit Jahren in Dänemark in der Warteschleife befindet, immer bedroht von der Abschiebung. Wir lernen Rokhsar als selbstbewusstes Mädchen kennen, das perfekt in den dänischen Alltag integriert ist. Sie spricht fließend Dänisch, geht begeistert zur Schule und wird im Sportverein zur Fußballerin des Jahres gewählt. Dieses fast schon unheimliche Idealbeispiel für Integration wird jedoch gleich zweifach gebrochen – zum einen durch die willkürlich erscheinenden Behörden, aber vielleicht noch mehr durch die stetig zunehmende Verantwortung, die auf Rokhsar lastet. Denn sie ist es, die im Alleingang die Interessen ihrer Familie vertreten muss. Regisseur Emil Langballe hat Rokhsar und ihre Familie über Jahre hinweg begleitet. Er setzt zurecht ganz auf seine einnehmende Protagonistin, die ihre Situation reflektiert und sich mutig gegen ihr vermeintliches Schicksal stemmt, selbst wenn sie daran zu zerbrechen droht. 'The Wait' findet mit einem klaren Blick für das Wesentliche zu einer Dringlichkeit, die uns beeindruckt hat.«